Mütter in Teilzeit könnten für viele Unternehmen die Lösung ihrer Fachkräfteprobleme sein - wenn sie die Arbeitszeit erhöhen würden. Eine aktuelle Studie analysiert, unter welchen Bedingungen Mütter dazu bereit wären und was Firmen verändern müssten. Und auch das Alter der Kinder spielt dabei eine zentrale Rolle.
Unter welchen Voraussetzungen würden teilzeitbeschäftigte Mütter ihre Arbeitszeit erhöhen? Dieser Frage ist das Prognos Institut in einer Untersuchung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums nachgegangen. Das Ergebnis: Unter den bestehenden Bedingungen würden lediglich 17 Prozent der befragten Mütter ihre Arbeitszeit ausweiten. Verbessert sich jedoch die betriebliche Situation, steigt die Bereitschaft deutlich, auf 45 Prozent.
Besonders groß ist dieses Potenzial bei Müttern mit jüngeren Kindern. Die Auswertung zeigt: „Je jünger das jüngste Kind, desto höher ist der Anteil der Mütter, die bei verbesserten betrieblichen Bedingungen ihre Arbeitszeit aufstocken würden“, so die Studienautoren. So wären 48 Prozent der Mütter mit einem Kind unter zwölf Jahren bereit, mehr zu arbeiten. Bei Müttern mit Kindern zwischen zwölf und unter 18 Jahren liegt dieser Anteil bei 38 Prozent.
Ein Grund dafür ist die aktuelle Arbeitszeit. Mütter mit jüngeren Kindern arbeiten im Durchschnitt weniger Stunden. Dadurch entsteht laut Prognos zugleich „mehr Spielraum für eine Arbeitszeiterhöhung“ – und damit ein besonders relevantes Arbeitskräftepotenzial.
Unabhängig vom Alter der Kinder ist Flexibilität für viele Mütter der entscheidende Faktor. In der Befragung geben 40 Prozent an, dass sie ihre Arbeitszeit nur dann erhöhen würden, wenn sie diese bei Bedarf auch wieder reduzieren können. Diese Möglichkeit könne „Sicherheit schaffen und die Hemmschwelle senken, mehr Stunden zu übernehmen“.
Für Mütter mit jüngeren Kindern spielen darüber hinaus weitere Aspekte eine wichtige Rolle. Besonders relevant sind für sie Möglichkeiten zur Arbeitszeitunterbrechung, finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung sowie eine Führungskultur, die familiäre Verpflichtungen berücksichtigt.
Bei Müttern mit älteren Kindern verschieben sich die Prioritäten. In dieser Lebensphase gewinnen „berufliche Weiterentwicklung und Aufstiegschancen“ an Bedeutung. Auffällig ist zudem, dass diese Gruppe besonders offen für eine aktive Ansprache durch den Arbeitgeber ist.
Ein solcher Impuls könne dazu führen, dass Mütter „über Jahre hinweg eingeübte Teilzeitmuster verlassen, weil ihre Kinder selbstständiger geworden sind und weniger Unterstützung benötigen“. Auch eine transparente Kommunikation über Weiterbildungsangebote, flexible Wege in Führungspositionen und die „Anerkennung von Familienzeiten als wertvolle Erfahrung“ werden in der Studie als wichtige Hebel für diese Zielgruppe benannt.
red