Endorsement

Wer wird die New Work-Firma des Jahres?

Abstimmung zum NWA 2022

26. Mai 2022

Der NEW WORK Award, der renommierte Preis für zukunftsweisendes Arbeiten im deutschsprachigen Raum, ist in seiner entscheidenden Phase: Aus fast 200 Bewerbungen hat die hochkarätige Jury ihre Vorauswahl getroffen und eine beeindruckende Shortlist erstellt. Jetzt entscheiden die Nutzer mit ihren Stimmen, welche Initiativen den NWA22 gewinnen. Heute stellen wir in unserer Kategorieserie die Shortlister aus der Kategorie "Companies" vor.  Laut unserer NWA-Jury also "Start-ups, Unternehmen oder Organisationen, die innovative Lösungen der Zusammenarbeit gefunden haben, um den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt gerecht zu werden". Hier sind die fünf Kandidaten.

"Wir haben vor Freude einen Purzelbaum in unsere Hafer-Wanne gemacht. Also zumindest in unserer Vorstellung. Und das war sehr schön. Und weich. Juhu!" So erinnert sich Tabea Mallon von der Lüneburger Müsli-Manufaktur HEYHO an den Moment, als das Team von der Shortlist-Nominierung für den NWA22 erfuhr. "Radikal sozial" sei der Ansatz, so das junge Unternehmen in seiner NWA-Bewerbung, denn "wir stellen keine Menschen ein, um Hafer zu rösten. Wir rösten Hafer, um Menschen einzustellen". Damit wolle man Menschen eine neue Chance geben, die sonst oft auf dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt werden, wie ehemalige Häftlinge, Suchtpatienten oder Menschen mit psychischen Krankheiten. So werden bei HEYHO nicht nur handgefertigte Bio-Granolas produziert, sondern auch Zeichen gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung gesetzt. 

Einen umfassenden Ansatz für ein besseres Miteinander verfolgt das Projekt  „Kollegiale Zusammenarbeit“ bei der Alnatura Produktions- und Handels GmbH. Das ganzheitliche Konzept, das in einem Grundsatzdokument der Unternehmenswerte festgehalten wurde, soll ein stabiles Miteinander schaffen, "um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt gut zu meistern", so die Bewerbung des Alnatura-Projekts. Es stünden "Menschen und Sinn im Mittelpunkt", gefördert wird "der Drang der Menschen hin zu mehr Entwicklung, Freiheit und Mitgestaltung". Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen üben sich ebenso in Kommunikationsfähigkeit, Fehlertoleranz und Feedback, wie im konstruktivem Umgang mit Konflikten. Wichtig dabei sei auch, dass ein solches wertschätzendes, konstruktives Miteinander auch nach Außen gesellschaftliche Wirkung entfaltet. 
 

"Wir unterstützen eine Welt mit weniger müsste und sollte", erklärt Katharina Grull von Ökofrost. Der Spezialgroßhändler für Tiefkühl-Bioprodukte verfolgt in seinem unternehmerischen Handeln nach innen und außen einen "Paradigmenwechsel (die Wirtschaft dient den Menschen - nicht umgekehrt), ein neues Menschenbild (z.B. Menschen WOLLEN arbeiten und tun dies sehr zuverlässig und selbständig, wenn sie gelassen werden) und ein neues Miteinander (weg von Konkurrenz, hin zu Kooperation)", heißt es in der ausführlichen Bewerbung. Inhaber und Geschäftsführer Florian Gerull entwickelte bereits 2011 seine Unternehmensvision, die mehr Autonomie der Mitarbeiter, ein eigenes wertebasiertes Gehaltsmodell und eine radikale Transparenzkultur gegenüber den Kunden etablierte. Das Konzept zeige, "dass eine andere Wirtschaft möglich ist, sodass die Ausrede, dass es nicht geht, damit widerlegt ist. Es geht!".

"Mit Kuchen gegen Altersarmut", das ist eines der Ziele der Vollpension Generationendialog GmbH aus Wien. Die Initiative möchte "Begegnungs- und Lernräume für neue Formen von Zusammenarbeiten und Zusammensein von Alt und Jung zu schaffen", das soziale Miteinander fördern und ältere Menschen aus Kontaktarmut und häufig auch finanziellen Nöten helfen. In knapp zehn Jahren ist etwas wirklich Großes entstanden: In zwei Generationencafés und zwei Kiosken in Wien, einem Online-Shop für Tortenversand und einem Catering-Angebot verdienen sich Angehörige der Generation 55+ etwas zu ihren Pensionen und Renten dazu. Backbücher, Kampagnenproduktionen, ein eigenes TV-Format und die erste Oma-Online-Backschule bringen Zusatzeinnahmen und schaffen weitere Arbeitsplätze. Wie heißt es so schön einfach, aber wahr? "Beim Essen kommen d`Leut zam. Alt und Jung, egal woher, egal wer, Hauptsach wir begegnen einander mit Respekt und Mitgefühl."

Die Diskussion um transparente Gehälter für mehr Lohngerechtigkeit hat in den vergangenen Jahr erheblich an Dynamik gewonnen. Die LIVEsciences  AG, eine Consulting-Agentur aus der Schweiz, ist im Prozess der Umsetzung schon erheblich weiter. Die Mitarbeiter setzen ihre Gehälter beim Eintritt in die Firma und dann jährlich wiederkehrend selbst fest.  Besonders interessant ist dabei das Verfahren, das dafür angesetzt wird: eine Art Speeddating-Format, an dem die ganze Firma teilnimmt. Dabei, so die Erklärung in der NWA-Bewerbung, "teilt jedem in einem festgelegten knappen Zeitrahmen die Gehaltsempfehlung und die zugrundeliegenden Überlegungen mit, ohne dass hierüber diskutiert wird. Nun legen alle ihr Gehalt selbst fest. Nach der persönlichen Entscheidung wird das Gehalt allen Kollegen gegenüber verbal kommuniziert und transparent dokumentiert." Das Ziel des Prozesses, so die Initiatoren: "Durch selbst festgelegte Gehälter bestimmt nicht mehr ein anderer meinen Wert. Gehalt als Mittel der Macht über andere entfällt. Zu dieser Entwicklung möchten wir einen Beitrag leisten." 

So, das war die Übersicht über die Kandidaten für die Kategorie NEW WORK Companies. Ein Klick auf das Banner unten führt zur Abstimmungsseite. Und wie gesagt: Voten kann sich lohnen. Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein cooles E-Bike von SUSHI BIKE.

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