Merck Innovation Center und theLivingCore

Merck Innovation Center — Wie (freier) Geist, Raum und Innovation miteinander spielen

Beschreibung

Innovation nochmals auf den Kopf stellen — als bereits hoch innovatives Unternehmen hat Merck mit seinem Innovation Center nicht nur eine Landmark-Architektur errichtet, sondern u.a. gemeinsam mit theLivingCore Innovations- & Wissensarchitekten ein völlig neues Innovations-Betriebssystem entwickelt: In perfekt aufeinander abgestimmten Raumkonzepten, Innovationsprogrammen und -strukturen finden Mitarbeiter und Externe die ideale Arbeitsumgebung, um kollaborativ an strategischen Zukunftsfragen zu arbeiten. So werden Mitarbeiter zu Innovatoren, die die Merck Gruppe von Innen heraus erneuern.

INFORMATION ZUM PROJEKT

  • Wie kam es zu dem Konzept? Was war die Motivation dahinter?

    Im Kontext des 350-jährigen Merck-Jubiläums (2018), stellte sich 2014 die Frage, was der größere gesellschaftliche Beitrag der Merck Gruppe in Zukunft ist, wie dieser weiterentwickelt und realisiert werden kann. Als Antwort stand anfangs das Gebäude des Innovation Centers im Vordergrund, jedoch wurde schnell klar, dass es um mehr als eine schicke Hülle geht. Gemeinsam mit theLivingCore wurden als Eckpfeiler herausgearbeitet: 1. Im Innovation Center sollen neue Technologien und Geschäfte entwickelt werden, die über das bisherige Spektrum von Merck hinausgehen; 2. Das Innovation Center als Instrument, um die prozessorientierte Kultur bei Merck hin zu einer Innovationskultur zu entwickeln: Raum geben außerhalb der Routine Dinge neu zu denken, auszuprobieren und gemeinsam agil voranzutreiben.

  • Beschreibt ausführlicher in euren eigenen Worten die Initiative/das Projekt/das Konzept, mit dem ihr euch bewerbt.

    Das Innovation Center soll interne und externe Entrepreneure befähigen, neue gesellschaftsrelevante Angebote zu entwickeln. Eine der größten Herausforderungen im Projekt war das Aufbrechen bestehender Strukturen und Prozesse. Dazu wurde ein geschütztes Ökosystem innerhalb der Unternehmensstruktur geschaffen. Merck schlägt eine gelungene Brücke zwischen der Agilität eines Startups zu den komplexen Prozessen eines Unternehmens und fördert die Zusammenarbeit über die Silos der einzelnen Unternehmensbereiche hinaus. Um Innovationsprojekte schnellstmöglich zum Markterfolg zu bringen, wurde der Bereich „New Business Builder“ etabliert, ein Makerspace ermöglicht das schnelle Erstellen von Prototypen. Zudem fördert die eigens eingeführte Innovator Academy das Innovationspotential der Mitarbeiter.

  • Welche gesellschaftliche oder wirtschaftliche Wirkung entfaltet das Konzept im Unternehmen oder nach Außen?

    Interdisziplinär und gruppenübergreifend angelegt, bietet das Innovation Center sowohl Mitarbeitern der Merck Gruppe als auch Externen ein Innovations-Ökosystem im Sinne eines strukturierten “safe space”/Freiraums, in dem sie autonom an ihren Innovationsprojekten arbeiten können. Da die meisten dieser Projekte in die großen gesellschaftsrelevanten strategischen Zukunftsthemen von Merck eingebettet sind, fungiert dies als identitätsstiftende Maßnahme für die gesamte Organisation. Darüber hinaus werden durch neuartige Trainingskonzepte (offline plus interne Online-Plattform), Formate und Incentive-Modelle (z. B. besteht die Möglichkeit, außerhalb des normalen Bonus-Modells Anteile am Projekt zu erwerben) das Innovation Mindset und unternehmerische Denken der Mitarbeiter gestärkt.

  • Was ist neu an dem Konzept? Wie ist der Einfluss auf die verschiedenen Bereiche des Unternehmens?

    Das Innovative am Innovation Center ist die Konfiguration und Integration von ausgewählten Elementen zu einem ganzheitlichen Konzept: Innovationsfelder werden definiert, die die strategische Richtung vorgeben. Über interne Ideenfindungsprogramme werden Ideen gewonnen, die dann zu einem dedizierten Projektportfolio entwickelt und mittels des neuartigen New Business Builder-Ansatzes zur Marktreife vorangetrieben werden. Merck verbindet sich mit externen Startups und Innovatoren (z. B. Accelerator-Programm, Hackathons) und fördert die Fähigkeiten aller Beteiligten durch gezielte Schulungen und Workshops in der Innovator Academy. Innovationsprojekte werden mit Rapid Prototyping in einem Makerspace unterstützt, Unternehmertum wird durch neuartige Anreizmodelle für interne Gründer gestärkt.

  • Kann das Konzept als Vorbild dienen? Wie würde das Konzept als Blaupause für andere Unternehmen aussehen?

    Ein Gebäude allein führt nicht zu mehr Kreativität, freiem Denken, kollaborativer Zusammenarbeit und schließlich Innovation. Um eine Verhaltensänderung zu bewirken, bedarf es eines ganzheitlichen Konzepts: Strategische Innovationsfelder; interne Programme und starke Vernetzung zu Startups / ext. Innovatoren zur Ideenfindung; Up-Scaling Ansatz, um Projekte schnell weiter zu entwickeln; Möglichkeit, Prototypen schnell zu entwickeln; Trainingsprogramme, um Innovationspotentiale zu fördern. Für das Gelingen des Projekts zeichnet der Enabling Space®-Ansatz verantwortlich, in dem das Ermöglichen –nicht das Managen– von Innovation als leitendes Prinzip im Vordergrund steht. Ein strategisches Projektbüro verschaffte den notwendigen Freiraum in der Konzeption & Gestaltung des Innovation Centers.

  • Warum sollte das Konzept mit dem New Work Award ausgezeichnet werden? Was macht es einzigartig?

    Ausgangspunkt aller Überlegungen für dieses Projekt war das Vertrauen in das kreative Potenzial der Mitarbeiter, in die ermöglichende Wirkung des Raumes für Innovationsarbeit und soziale Interaktion sowie ein abgestimmtes Set von Formaten, die über ein mechanistisches Verständnis von Innovation hinausgehen und von der Zukunft und dem “Purpose/Zweck” getrieben sind. Einzigartig ist, dass der Merck Vorstand die einmalige Gelegenheit ergriffen hat, Merck mit dem Innovation Center und dem einhergehenden organisationalen Wandel in einer ganzheitlichen Weise in die Zukunft zu bewegen und auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. So beschäftigen sich momentan Projekte im Rahmen eines der identifizierten Innovationsfelder mit der Frage “Wie können wir die Welt in Zukunft ernähren?”.