Rituals for Change

Rituals for Change

Beschreibung

Wie kann man bahnbrechenden Wandel in ein Unternehmen tragen, wo sich doch Menschen in unruhigen Zeiten nach Sicherheit statt Veränderung sehnen? Der Schlüssel liegt in Ritualen. Kleine, regelmäßig durchgeführte gemeinsame Handlungen, die Wandel initiieren, begleiten und beschleunigen können. Frederik Pferdt, Nina Fischer, Matthias Wesselmann und Frederik Frede haben einen Design-Prozess entwickelt, mit dem jede Organisation eigene Rituale für den Wandel entwickeln und umsetzen kann. Daraus ist die Initiative “Rituals for Change” entstanden und unsere Erfahrung zeigt: Rituale treiben Wandel.

INFORMATION ZUM PROJEKT

  • Wie kam es zu dem Konzept? Was war die Motivation dahinter?

    Menschen sind in Routinen gefangen und finden in diesen Sicherheit – gerade in einer Welt, die sich kontinuierlich verändert. Diese Routinen zu verlassen und sich zu wandeln, schmerzt. Jeden einzelnen, aber das Kollektiv noch viel mehr. Das haben wir als Gruppe auf unterschiedlichen Ebenen gespürt und Rituale als Katalysator des Wandels entdeckt. Rituale haben uns geholfen, Kulturen zu schaffen, die diese Veränderungen zugelassen haben – alte Verhaltensweisen gebrochen und neue eingeführt haben. Gleichzeitig bemerkten wir, dass die Kraft von Ritualen bei Transformationen häufig viel zu wenig bedacht wird. Dies wollen wir mit unser Initiative ändern. Wir bringen Menschen zusammen, die etwas verändern wollen, entwickeln mit ihnen individuelle Rituale und unterstützen bei der Umsetzung.

  • Beschreibt ausführlicher in euren eigenen Worten die Initiative/das Projekt/das Konzept, mit dem ihr euch bewerbt.

    Es geht bei Rituals for Change nicht darum, nur über Rituale zu sprechen. Wir gestalten. Gemeinsam co-kreieren wir mit den Teilnehmern neue, individuelle Rituale, die Unternehmen und Organisationen helfen, ihre Transformation erfolgreich zu meistern. Dies ist nicht als singulärer Workshop gedacht. Vielmehr wollen wir eine langfristige „Gemeinschaft des Wandels” aus Menschen mit dem gleichen Mindset aufbauen. Alle Teilnehmer der Workshops werden ins Netzwerk aufgenommen, sodass es die Möglichkeit zum digitalen Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung beim Meistern von Problemen gibt. Den Dialog intensivieren wir über Meetups in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.

  • Welche gesellschaftliche oder wirtschaftliche Wirkung entfaltet das Konzept im Unternehmen oder nach Außen?

    Das Leben eines jeden ist – unterbewusst ritualisiert – ob privat bei Stammtischen oder beruflich bei Team-Kaffeepausen. Rituale haben eine klare Intention für jeden persönlich, geben uns Sicherheit und einen Leitfaden in unsicheren Zeiten. Sie schaffen eine Kultur, eine Gemeinschaft und darüber neue Verhaltensweisen in der Gruppe zu verankern - ohne den Schmerz der Veränderung. Entsprechend sind sie das mächtigste Tool, das Organisationen nutzen können, um Wandel zu gestalten und alte Gewohnheiten zu verändern. Der Beweis ist die Kirche, die seit Jahrhunderten besteht und durch das Ritual der wöchentlichen Messe die Kirchengemeinschaft zusammenhält. Diese Kraft machen wir deutschen Unternehmen über unseren Ritual-Design-Prozess und die Initiative zugänglich - gestalten gemeinsam Wandel.

  • Was ist neu an dem Konzept? Wie ist der Einfluss auf die verschiedenen Bereiche des Unternehmens?

    Rituale sind nicht neu, denn Unternehmen wie Viessmann haben über ihr Thank-God it’s-Monday-Ritual ihre Transformation erfolgreich gemeistert. Neu ist unser Ritual-Design-Prozess, das Verbinden erfolgreichen Wandels mit Ritualen als deren Katalysator und vor Allem das Entmystifizieren der Elemente eines Rituals, das immer aus Intention, Trigger und Aktion besteht. Letzteres schafft es Rituale, einem jeden verständlich zu machen und ermöglicht so die Entwicklung von Ritualen, die auf die individuellen Probleme der Organisation einzahlen. Rituale können dabei auf allen Ebenen unterstützen – sei es die Akzeptanz neuer Strukturen, Kommunikationskanäle oder das Schaffen einer Transparenz bezüglich der Vision/Purpose und dem Aufzeigen wie jeder Mitarbeiter dabei unterstützen kann.

  • Kann das Konzept als Vorbild dienen? Wie würde das Konzept als Blaupause für andere Unternehmen aussehen?

    Der Ritual-Design-Prozess ist ein universelles Konzept, das sich den Elementen des Design-Thinking-Prozesses bedient und für jedes Unternehmen geeignet ist. Der Prozess lässt die Teilnehmer in dedizierten Phasen (Decode, Design, Recode) individuelle Rituale bestehend aus Intention, Trigger und Aktion gestalten. Sie starten mit der Observierung der eigenen Organisation aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Interview mit anderen Teilnehmern (Decode), identifizieren die größten Hürden und entwickeln, umsetzbare Rituale auf dieser Grundlage (Design und Recode). So entstehen innerhalb eines Tages auf Basis der individuellen Herausforderungen der Organisation Rituale, die bereits am nächsten Tag als Prototyp implementiert werden können. Auf der Umsetzung liegt auch der gesamte Fokus.

  • Warum sollte das Konzept mit dem New Work Award ausgezeichnet werden? Was macht es einzigartig?

    Bei New Work wird der allgemeine Diskurs vom „Was (alles geändert werden muss)” dominiert. Das „Wie (man zum gewünschten Status kommt)” wird hingegen viel zu selten in den Mittelpunkt gestellt – auch wenn dies der entscheidende Erfolgsfaktor ist. Während andere Projekte neue Tools oder Strukturen in den Vordergrund stellen, möchten wir mit unser Initiative den Menschen in den Fokus rücken. Beim Wandel gilt es vor allem ihn mitzunehmen. Rituale helfen. Indem wir über Rituale sprechen und diese für jedes Unternehmen zugänglich machen, leisten wir einen enormen Beitrag zum Erfolg von Transformationsprojekten und sind somit das Rückgrat von New Work. Auch ist die Initiative in dezentraler Arbeit in unzähligen Hangout-Sessions über fünf verschiedene Zeitzonen entstanden.