Myrle Dziak-Mahler

Wir wollen, dass Menschen bei uns größer werden

Beschreibung

Als Geschäftsführerin des Zentrums für LehrerInnenbildung (ZfL) der Uni Köln (https://zfl.uni-koeln.de) hat Myrle Dziak-Mahler (https://dziak-mahler.com) die erfolgreichste Einrichtung ihrer Art aufgebaut und eine innovative Organisationsstruktur geschaffen, die durch Eigenverantwortung, Augenhöhe, Partizipation, Transparenz und Vertrauen eine kontinuierliche Ausrichtung des ZfL an Zukunftsthemen ermöglicht. Im ZfL arbeiten 100 KollegInnen; damit ist es das größte Lehrerbildungszentrum bundesweit. Myrle ist als Führungskraft Vorbild und Expertin für Leadership in der öffentlichen Verwaltung.

INFORMATION ZUM PROJEKT

  • Wie kam es zu dem Konzept? Was war die Motivation dahinter?

    Von schierer Notwendigkeit zum Vorbild mit Strahlkraft: Der Auftrag an das ZfL war damals klar und zugleich zeitkritisch: In 16 Monaten musste das Projekt lauffähig sein. Erste Etappenziele waren eine schnelle Verzahnung in die Universität (Wissenschaft, Verwaltung, Hochschulleitung) sowie der (Schnell-)Start einer bis dato nie dagewesenen Kooperation mit der Schulseite - begleitet von der zunächst ernüchternden Erkenntnis, dass klassisches Projektmanagement nicht weiterhelfen würde. Vor diesem Hintergrund waren Flexibilität und Innovationskraft des anfangs noch kleinen Teams gefragt. In einem Anfangsmodus des ständigen Ausprobierens hat Myrle den Grundstein für eine Organisationsstruktur gelegt, die sich an Eigenverantwortung, Augenhöhe, Partizipation, Transparenz und Vertrauen orientiert

  • Beschreibt ausführlicher in euren eigenen Worten die Initiative/das Projekt/das Konzept, mit dem ihr euch bewerbt.

    Am ZfL werden Entscheidungen gemeinsam getroffen. In partizipativen Formaten (Business-Circle, Open Space, Design-Thinking usw.) beteiligen sich alle KollegInnen und bringen Ideen ein. Das ZfL ist dabei kein “Experimentierfeld”, sondern zentrale wissenschaftliche Einrichtung mit klar definierten Service- und Lehraufgaben. Es bedient rund 15.000 Lehramtsstudierende, 600 Hochschullehrer und 800 Schulen in der Region Köln. Die große Herausforderung hierbei ist, die anstehenden Aufgaben erfolgreich zu lösen und dabei einen partizipativen Bottom-up-Prozess in der Arbeitskultur zu schaffen und auf Dauer aufrechtzuerhalten. Dazu braucht es Mut, Risikobereitschaft und Pioniergeist, ein Mindset des unternehmerisches Denkens in einem stark von traditioneller Verwaltungsmentalität geprägten Umfeld.

  • Welche gesellschaftliche oder wirtschaftliche Wirkung entfaltet das Konzept im Unternehmen oder nach Außen?

    Die Atmosphäre im ZfL trägt zu einem kreativen Raum bei, der offen für mutige Innovationen aller KollegInnen ist - immer gepaart mit einer Fehlerkultur, die es zulässt, derartige Wagnisse auch eingehen zu können. MitarbeiterInnen können sich in einer Fülle von Aufgaben ausprobieren und eigene Projekte initiieren, von denen Lehramts-Studierende, Universitätsangehörige und LehrerInnen profitieren. Zu Beginn wurde das ZfL mit seiner speziellen Arbeitskultur als ungewöhnlich wahrgenommen, zum Teil belächelt oder abgelehnt; in den letzten zwei Jahren zeichnet sich ab, dass es zu einem Vorbild für Struktur- und Kulturveränderungen innerhalb der Universität geworden ist. Für die Studierenden und die LehrerInnen ist das ZfL ein Synonym für eine an der Zukunft orientierte Denk- und Handlungsweise.

  • Was ist neu an dem Konzept? Wie ist der Einfluss auf die verschiedenen Bereiche des Unternehmens?

    Es ist Myrle in einer für die Uni einzigartigen Art und Weise gelungen, eine Atmosphäre herzustellen, in der sich alle KollegInnen, ob sie als Verwaltungs-, wissenschaftliche oder studentische KollegInnen beschäftigt sind, auf Augenhöhe begegnen, gleichberechtigt und respektvoll miteinander umgehen, anderen Meinungen gegenüber tolerant sind und sich gemeinsam engagieren und weiterentwickeln können. Sie ist in vielfacher Hinsicht für ihre KollegInnen - insbesondere für Nachwuchsführungskräfte - ein Vorbild und zeigt mit dem ZfL anderen lehrerbildenden Einrichtungen und Organisationseinheiten der Uni, dass mit einem integralen Verständnis von Personal- und Organisationsentwicklung die oft wahrgenommene Schere zwischen Mitarbeiterorientierung und Outputorientierung geschlossen werden kann.

  • Kann das Konzept als Vorbild dienen? Wie würde das Konzept als Blaupause für andere Unternehmen aussehen?

    Unter den Bedingungen des öffentlichen Dienstes ist es Myrle gelungen, agile, am New Work-Diskurs orientierte Strukturen zu implementieren. Sie sind auf jede Einrichtung der öffentlichen Hand (einschließlich Schulen und Universitätsverwaltungen) übertragbar, da sie sich vollständig im formaljuristischen Rahmen bewegen. Das ZfL lädt regelmäßig und offen dazu ein, seine Ideen, Konzepte und Methoden kennenzulernen und unterstützt alle Menschen, die in Arbeitsbereich verändern wollen. Myrle treibt der Open-Access-Gedanke: Weil das ZfL selbst höchst modular denkt, ermöglicht es auch allen anderen, “Modul-Impulse” mit nach Hause zu nehmen und weiterzudenken. Das können konkrete Tools sein oder auch neue Gedanken, die Themen wie Haltung und Mindset betreffen.

  • Warum sollte das Konzept mit dem New Work Award ausgezeichnet werden? Was macht es einzigartig?

    Bundesweit gibt es keine Einrichtung an einer lehrerbildenden Hochschule, die aufgrund ihres Erfolgs so groß geworden ist und eine so einzigartige Arbeitskultur etabliert hat. Myrle entwickelt Strahlkraft in die Universität, die Schulen und für die Studierenden: Sie wurde bereits mit zwei Preisen für ihre innovative Führung ausgezeichnet (2016: Preis für familienfreundliche Führung, 2019: Universitätspreis Verwaltung); die Beratungsanfragen als Expertin für Führungsfragen nehmen monatlich zu und LehrerInnen/Schulleitungen/DezernentInnen fragen Myrle als Fachfrau für Zukunftsfragen im Bildungsbereich an. Sie ist Expertin in den Medien, die Studierenden nehmen das ZfL als “ihre” Begleitung für ein erfolgreiches Studium wahr (das zeigen die regelmäßig durchgeführten Zufriedenheitsbefragungen)