Auf der Suche nach dem Sinn

Im Durchschnitt verbringen wir im Laufe unseres Lebens über 90.000 Stunden an einem Arbeitsplatz, ob im Großraumbüro, in der Fabrikhalle oder im Homeoffice. Aber warum machen wir das, was wir machen? Warum machen wir die Arbeit, die für viele von uns den größten Teil der Wachstunden unseres gesamtes Erwachsenenleben einnimmt?

Diese „Warum“-Frage ist Ausgangspunkt eines Wertewandels, der seit einigen Jahren, vor allem auch getrieben durch die NEW WORK Bewegung, Einzug in die Arbeitswelt hält: Die Suche nach dem „Purpose“, diesem englischen Begriff, der im Deutschen Sinn und Zweck gleichermaßen bedeutet, beschreibt einen Kulturwandel von Unternehmen und Arbeitnehmern gleichermaßen, der weit über die bisherigen Antworten auf die Frage „Warum arbeiten wir?“ hinausgeht. Der im besten Fall die Gewissheit bringt, dass die Aufgabe, der Job und die Organisation wirklich von sinnstiftender Bedeutung sind.

Sinn wird gebildet aus Motivation, Leidenschaft und Werten, die uns treiben. Den eigentlichen Zweck seiner Arbeit kennen zu wollen, bedeutet, wirklich zu verstehen, wie sie sich auf andere Menschen auswirkt – und nicht nur auf das Jahresergebnis des Unternehmens. Und der technologische Fortschritt ermöglicht es, diesen Fragen nach dem Sinn unsere Arbeit viel umfassender und tiefer nachzugehen.

Denn neue, kollaborative Tools für Arbeit und Kommunikation schaffen agile, transparente und kreative Formen des Teamworks. Entscheidungsprozesse werden demokratischer, Wissenssilos lösen sich auf, Top-down-Strukturen fallen ebenso wie fragile Außenfassaden.  Rasend schnell verändern sich mit den Methoden und Organisationsformen auch die Werte und Einstellungen, mit denen Arbeit gedacht und gelebt wird. 

Einerseits führt das Mehr an freier, selbstbestimmter und als sinnvoll erkannter  Tätigkeit zu einem erhöhten Engagement für das Unternehmen. Andererseits wächst die Abneigung von Arbeitnehmern, ihr ganzes Gewicht für das Wachstum und den Verbleib in einem Unternehmen einzusetzen, das eben dies nicht möglich macht.

Das wiederum hat Folgen für die Führungskultur in unseren Unternehmen: Wie führt man nun diese „neuen Menschen“, in dieser sich nachhaltig verändernden Arbeitswelt? Gefordert sind neue Zielsetzungen, die sich nicht mehr ausschließlich an KPIs und Umsätzen orientieren, sondern eben auch an Fragen von Sinn und Zweck. Unternehmen sollten sich deshalb konsequent gleichermaßen einem Purpose widmen, der glaubwürdig verkörpert und konsequent verfolgt werden kann.

Soziale Verantwortung und ein authentisch nach innen und außen gelebtes Markenversprechen sind zu entscheidenden Differenzierungsfaktoren für Unternehmen geworden, um Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und sie dazu befähigen, das zu tun, was sie als wirklich sinnstiftend empfinden. Das Erfüllen dieser Erwartung wird zu einem essenziellen Erfolgsfaktor eines Unternehmens – und sein Erkennen, Messen und Verwalten zu einer zentralen Herausforderung.

Wir möchten mit dem Monatsthema Purpose die vielfältigen Aspekte und Konsequenzen beleuchten, die die Suche nach dem Sinn für Arbeitnehmer und Unternehmen, aber auch für Politik, Kultur und Gesellschaft hat, z.B....

  • Wie kann man als Individuum seinen bestmöglichen, sinnstiftenden Platz in der neuen Arbeitswelt finden?
  • Wie die gemeinsame Frage nach dem Purpose sowohl Arbeitnehmern wie Unternehmen Sinn und Orientierung geben kann.
  • Warum die Corona-Pandemie die Frage nach dem Purpose nochmals verstärkt hat.
  • Warum Purpose auch für Karrieremenschen gut funktioniert.
  • Was macht mehr Sinn: Work-Life-Blending oder Work-Life-Balance?
  • Warum Leidenschaft im Beruf in keinem zwingenden Verhältnis zu einem gelungenen Leben steht.
  • Wie wichtig Transparenz nach innen und außen für Unternehmen wird.
  • Welche entscheidende Rolle die HR bei der Purpose-Transformation spielt.
  • ... und vieles mehr.
     

Mehr zum Thema Purpose gibt es hier im Format "Zukunft.machen." der XING Redaktion