Expertenstimmen auf der NWX21

Montag, 02. August 2021

Sieben Thesen zum Digital Leadership

Eine der interessantesten von vielen sehr interessanten Masterclasses auf der diesjährigen NEW WORK EXPERIENCE war die Diskussion über die Zukunft des Digital Leadership, die angesichts der Erfahrungen in der Corona -Pandemie aktueller als je zuvor ist. Die drei Expertinnen, Jonathan Sierck, (Gründer vonMorgen), Philipp Depiereux (Founder CEO etventure & ChangeRider) und Anna Kaiser (Gründerin Tandemploy) gaben wertvolle Einblicke in ihre Erfahrungen und steuerten spannende Gedanken bei, die wir hier thesenartig zusammenfassen.

1. Digital Leadership ist Führung im Jetzt

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Herausforderungen der nächsten Dekaden nicht mehr mit der bisherigen Herangehensweise gelöst werden können. Die Digitalisierung ist nicht mehr wegzudenken, deshalb steht Digital Leadership stellvertretend dafür, wie Führung heute gelebt werden kann und muss.

2. Menschen lernen durch gemeinsames Erleben

Eine neue Arbeitswelt ist dann denkbar, wenn man sie erlebt hat. Dafür muss man ausprobieren, umdrehen und es anders machen. Die Fähigkeit zum Loslassen und Vertrauen ist Voraussetzung. 

3. Es gibt keine Fehler, sondern nur einen natürlichen Prozess, um voranzukommen

„Dinge, die man mit bestem Wissen und Gewissen tut, funktionieren nicht immer“, sagt Anna Kaiser, Gründerin von Tandemploy. Sie findet: Das Wichtigste ist nicht, ob Fehler passieren, sondern wie man mit ihnen umgeht. Mitarbeiter, die Fehler machen dürfen, übernehmen ihrer Meinung nach mehr Eigenverantwortung.

4. Wie sollen die Mitarbeiter arbeiten, wenn die Führungskraft nicht da ist? 

Philipp Depiereux empfiehlt die Implementierung von Core Values, nach denen die tägliche Arbeit ausgerichtet wird.

5. Gute Tools sind wichtig für den Teamzusammenhalt

Im digitalen Raum ist es wichtig, dass sich das Miteinander so nahbar wie möglich anfühlt. Das klappt nur, wenn die Technik funktioniert, die Bilder nicht stocken und man sich sehen und erleben kann. 

6. Je digitaler es wird, desto mehr muss es menscheln

Es ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Mitarbeiter über Themen austauschen, die explizit nicht die Arbeit betreffen.

7. Es wird in Zukunft keine rein digitale Führung geben

Stattdessen wird es immer reale Räume geben, in denen Menschen andere Menschen führen – aber eben nicht ausschließlich. Für Führungskräfte wird es dann wichtig sein, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann man sich digital und wann real treffen muss. „Das Beste aus beiden Welten zu schaffen, kann ein unglaublicher Gewinn sein“, glaubt Anna Kaiser.