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Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG) der Stadt Herrenberg

Startup Bauhof

Das Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG) der Stadt Herrenberg hat seinen Arbeitsbereich Bauhof in die Selbst-Organisation überführt. Was heißt: Das 12-köpfige Team arbeitet ohne Meister, arbeitet selbst- und eigenständig. Fünf Mitarbeiter, die alle unterschiedliche handwerkliche Ausbildungen und Spezialkenntnisse mitbringen, übernehmen zusätzlich Führungsaufgaben. Von der Arbeitsplanung über die Kundenberatung bis zur Personalauswahl. Der Erfolg zeigt: Nicht nur Agenturen und Startup-Unternehmen, sondern auch öffentliche Verwaltungen können New Work!

Informationen zum Projekt

  • Wie kam es zu dem Konzept? Was war die Motivation dahinter?

    Die Mitarbeiterumfrage im Rahmen des, vom Hauptamt angestoßenen Gesamtprozesses „Zukunftsfähiges Herrenberg“, im Jahr 2017 war eindeutig: Fast alle Mitarbeiter des TUG-Arbeitsbereiches „Bauhof“ waren unzufrieden. Sie erhofften sich mehr Entwicklungsmöglichkeiten, und das sowohl in monetärer, wie auch in persönlicher und fachlicher Hinsicht. Sie fühlten sich unterfordert. Ihr fachliches Können wurde nicht wertgeschätzt, teilweise nicht einmal abgerufen. Motivation und Effektivität köchelten auf Sparflamme. Das wollte man ändern. Man wollte weg von den teilweise verkrusteten und hierarchischen Strukturen – hin zu effektiven, effizienten und auch digitalen Prozessen und Abläufen. Mit dem wunderbaren Nebeneffekt, dass die Mitarbeiterzufriedenheit um ein Vielfaches gesteigert werden konnte.

  • Beschreibt ausführlicher in euren eigenen Worten die Initiative/das Projekt/das Konzept, mit dem ihr euch bewerbt.

    Eine frei gewordene Meisterstelle im Bereich „Bauhof“ wurde nicht nachbesetzt. Die Arbeit wird in Eigenverantwortung der Mitarbeiter koordiniert und erledigt. Proportional zum „Mehr“ an Verantwortung wurde der Lohn angehoben – die „eingesparte“ Meisterstelle schuf den notwendigen finanziellen Rahmen. Die Bauhof-Mitarbeiter wurden in Führungs- und Verwaltungsaufgaben geschult, sie selbst haben interne Prozesse und Abläufe überdacht, geändert und teilweise digitalisiert. Fünf Mitarbeiter des 12-köpfigen Teams haben sich bereit erklärt, in die Rolle des selbst installierten „Vier-Wochen-Mannes“ zu schlüpfen, der für diesen Zeitraum – neben seiner eigentlichen Arbeit – auch der zentrale Ansprechpartner für die Aufgabenkoordinierung, für die amtsinterne und die externe Kommunikation ist.

  • Welche gesellschaftliche oder wirtschaftliche Wirkung entfaltet das Konzept im Unternehmen oder nach Außen? (Z.B. ermöglicht das Konzept mehr Autonomie, Kooperation, Demokratie, Diversität und/oder Gemeinschaftssinn?)

    Durch „Startup Bauhof“ hat sich auch die Motivation der Mitarbeiter verbessert. Sie fühlen sich wahrgenommen, ihr Können wird geschätzt und honoriert. Nicht nur, aber auch finanziell – wodurch sich die persönliche Einstellung verändert hat. Missstände werden selbst wahrgenommen und direkt beseitigt. Es ergeben sich Synergieeffekte, der Kollege wird freiwillig entlastet, Ideen und Lösungen werden im Team erarbeitet und umgesetzt. Dies alles sind nicht nur subjektive Wahrnehmungen, diese Veränderungen wurden auch wissenschaftlich evaluiert und sind anhand der gestiegenen Anzahl von abgearbeiteten Einmal-Aufträgen belegbar. Selbst die Aufteilung des Einmalbetrags im Rahmen der leistungsorientierten Bezahlung verlief absolut kollegial - ein einmaliger Vorgang in einer deutschen Verwaltung.

  • Was ist neu an dem Konzept? Wie ist der Einfluss auf die verschiedenen Bereiche Deiner Arbeitswelt?

    Vergleichbar mit einer Spirale bewegen sich die Mitarbeiter, und somit das gesamte Amt für Technik, Umwelt, Grün aufwärts: Angestoßen von einzelnen Digitalisierungsprozessen wie dem Grünflächenmanagement und dem Mängelmelder gab es im Amt einen Strukturwandel, die Selbstorganisation wurde eingeführt. Diese wiederum fördert und fordert jeden einzelnen Mitarbeiter, verzahnt die einzelnen Arbeitsbereiche stärker miteinander, verbessert die Kommunikation innerhalb des Amtes – aber auch mit den anderen Fachämtern und mit der Stadtgesellschaft. „Startup Bauhof“ bringt darüber hinaus neue digitale Prozesse und Anwendungen hervor und diese letztendlich auch zum Fliegen. Die Einführung einer solchen agilen Organisationsform in etablierten Verwaltungsstrukturen ist einmalig in Deutschland .

  • Kann das Konzept als Vorbild dienen? Wie würde das Konzept als Blaupause für andere Unternehmen aussehen?

    Natürlich kann es als Blaupause gelten, viele Aufgaben und Projekte lassen sich selbstorganisiert viel schneller, effektiver und qualitativ auch höherwertig erledigen. Allerdings nur dann, wenn die Mitarbeiter dies auch wirklich wollen. New Work wird von und durch die Mitarbeiter getragen. Wird der Strukturwandel „verordnet“, ist ein Scheitern vorprogrammiert. Zudem muss auch die Führungsebene eine solche Veränderung mittragen und zulassen.
    Durchaus denkbar ist auch, die Selbstorganisation nur teilweise zu etablieren: Routineaufgaben laufen dann weiterhin strukturiert und nach festen Zuständigkeiten ab – Projekte und Sonderaufgaben hingegen werden selbstorganisiert bearbeitet. Dafür tun sich Mitarbeiter zusammen, die Lust darauf haben, das Projekt zu stemmen oder die die Fachkompetenz habe

  • Warum sollte das Konzept mit dem NEW WORK AWARD ausgezeichnet werden? Was macht es einzigartig?

    Das Projekt bringt die aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt – Digitalisierung, Flexibilität, Geschäftsprozessoptimierung – unter einen Hut und trägt zugleich ganz entscheidend zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bei. Durch „Startup Bauhof“ wird das Amt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Ein hohes Gut, denn der Fachkräftemangel speziell im ÖD, in den technischen Berufen und im Handwerk ist längst spürbar. Noch wichtiger aber ist: Das Projekt wurde nicht nur für, es wurde von den Mitarbeitern entwickelt. Für jede Aufgaben- und Fragestellung haben sie selbst ganz individuelle Lösungen erarbeitet, im Echtbetrieb getestet, verbessert und letztendlich etabliert. Und das in einer klassischen Verwaltungsstruktur. Ein Novum.

Projektbilder

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