Aktuelle XING-Umfrage zum Thema New Pay

Montag, 31. Mai 2021

Mehrheit wünscht sich Gehalt für Leistung statt für Präsenzzeit

Wird das Thema Gehalt endlich aus der Tabuzone geholt? Neue Arbeits- und Organisationsformen, inspiriert von New Work-Ideen, verstärken auch die Diskussionsbereitschaft von Unternehmen und Arbeitnehmer*innen in Sachen "New Pay". Eine aktuelle Studie im Auftrag von XING belegt, dass viele Deutsche und Österreicher sich neue Modelle vorstellen könnten, um Leistung und Arbeit anders zu entlohnen. Auch das Thema Gehaltstransparenz innerhalb des eigenen Unternehmens wird mittlerweile von deutlich mehr Menschen begrüßt als noch vor einigen Jahren.

Die Kernergebnisse der von marketagent im Auftrag von XING durchgeführten Umfrage* zeigen, dass sich über die Hälfte der Deutschen und Österreicher eine Diskussion über neue Vergütungsmodelle wünschen. Besonders interessant ist, dass sich eine Mehrheit (rund 55 Prozent) dafür ausspricht, nicht mehr allein die Präsenzzeit bei der Festsetzung der Gehaltshöhe anzulegen. Hier dürften auch die durch die Corona-Pandemie verstärkten Erfahrungen mit Homeoffice-Arbeit eine entscheidende Rolle spielen. Vielmehr sollten Leistung und das Erreichen festgesetzter Ziele ebenso berücksichtigt werden wie Kollegialität und gute Zusammenarbeit. Auch Kreativität und Einfallsreichtum müssten in die Bewertung der Leistung und der damit verbundenen Vergütung einfließen.

Als Alternative zum klassischen Geldgehalt kommen für die meisten Befragten zusätzliche Ferientage in Betracht, gefolgt von vergünstigten Produkten und Dienstleistungen. Immer weniger begehrt ist die Nutzung eines Firmenwagens, vor allem bei Frauen, aber auch immer mehr Männern: Auch bei denen liegt der Wunsch nach einem Auto von der Firma  nur noch bei knapp 30 Prozent in beiden Ländern.

Obwohl eine Mehrheit der Deutschen (64 Prozent) und Österreicher (70 Prozent) mit ihrer Arbeitsentlohnung zufrieden ist, möchten sie eine offenere Diskussion und mehr Informationen über die Gehaltsstrukturen innerhalb ihrer Unternehmen - auch, weil diese dazu führen könnte, Ungerechtigkeiten zu beenden und vor allem das immer noch vorhandene Gender-Pay-Gap zwischen Männern und Frauen zu schließen.  Denn in beiden Ländern herrscht bei rund einem Drittel der Befragten die Überzeugung, dass Männer in ihren Firmen in Bezug auf Gehalt und Chancen bevorzugt behandelt werden.  

*Über die Studie: Im Rahmen einer  Online-Befragung hat das österreichische Marktforschungsinstitut marketagent im Auftrag von XING im Februar 2021 500 Erwerbstätige in Österreich befragt. Parallel dazu wurden 1.000 Arbeitnehmer*innen in Deutschland und 500 in der Schweiz befragt.