Firmenportrait

Dienstag, 16. März 2021

Mit Leidenschaft und Vision

Das Familienunternehmen Dr. Ausbüttel  hat sich soziales Engagement auf die Fahnen geschrieben. 

Etwas Sinnvolles tun, helfen und das nicht nur in wenigen sozialen Projekten, sondern tief verankert in der Unternehmenskultur: Seit 1894 stellt das in Dortmund ansässige Familienunternehmen Dr. Ausbüttel Produkte für die Wundversorgung her. Doch neben dem Ziel, gute, aber bezahlbare Produkte auf den Markt zu bringen, spielt das soziale Engagement eine große und wichtige Rolle. 

„Von dem, was wir erwirtschaften, geben wir in Form von Geld- und Sachspenden, aber auch durch Transfer von Wissen und Arbeitsleistung, möglichst viel an die Gesellschaft zurück“, erklärt Bianca Dettmar, zweite Geschäftsführerin von Dr. Ausbüttel. „So ermöglichen wir sinnvolles, leidenschaftliches Arbeiten und neben fachlicher auch persönliche Weiterentwicklung. Um diese Kultur auch langfristig leben zu können, wollen wir weiterhin erfolgreich wirtschaften, streben jedoch keine Gewinnmaximierung an.“

Die Produkte, die Dr. Ausbüttel herstellt, werden in Werkstätten von Menschen mit Behinderung verpackt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Sozialen Tages zu engagieren, außerdem werden weitere Projekte organisiert – etwa Bewerbungstrainings für benachteiligte Jugendliche, ein Rollstuhl-Basketball-Turnier für Menschen mit Behinderung, das Weihnachtssingen im Seniorenheim oder Gartenarbeit für ein Kinderpalliativzentrum (s. Aufmacherbild). Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen soziale Einrichtungen und Hilfsorganisationen.  

Das große Ganze sehen

Welche Projekte zum Unternehmen passen und wie Gelder sinnvoll eingesetzt werden können, prüft die Abteilungsleiterin HR-Management /Soziales Engagement, Janne Klar. Sie ist das Sprachrohr zwischen Unternehmen und sozialen Trägern. 

Die ehemalige Geschäftsführerin eines sozialen Trägers zur Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher kennt beide Seiten, weiß, vor welchen Herausforderungen soziale Unternehmen stehen und wie sie arbeiten. Und sie kennt den Einsatz, der erforderlich ist, damit soziales Engagement mehr als nur eine Phrase in den Unternehmensleitlinien ist.

Wer bei Dr. Ausbüttel arbeitet, der muss mehr mitbringen als den Wunsch, Geld zu verdienen. Vision, Leidenschaft und die Bereitschaft, sich in die einzelnen Projekte reinzuknien – auch, wenn es über den üblichen nine-to-five-Job hinausgeht. „Man muss eine hohe Leistungsorientierung mitbringen und sich darauf einlassen, dass hohe Ziele gesteckt sind, die wir erreichen wollen", erklärt Janne Klar.

Und Bianca Dettmar ergänzt: „Erfolgreich sind bei uns vor allem diejenigen, die das große Ganze sehen, unsere Vision und unsere Werte teilen, und eigeninitiativ, leistungsorientiert und zielgerichtet arbeiten. Fordern und fördern gehen bei uns Hand in Hand. Und wir reden Klartext. Damit muss man umgehen können.“ 

Und auch Frustrationstoleranz ist gefragt. Denn in vielen Projekten erfahren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass das Leben oftmals Schattenseiten hat, lernen Menschen in schwierigen Lebenslagen kennen. Eine Erfahrung, die auch Bianca Dettmar gemacht hat: „Bei zahlreichen sozialen Einsätzen in den 15 Jahren meiner Tätigkeit für Dr. Ausbüttel habe ich Erfahrungen mit sozialen Zielgruppen gemacht, mit denen ich vorher keine oder wenig Berührungspunkte hatte. Meine Perspektive auf einige dieser Gruppen hat sich dadurch stark verändert und ich bin an persönliche Grenzen gekommen, wo ich sie vorher nicht vermutet hatte. Das lehrt Bodenständigkeit, aber auch Lösungsorientierung, wenn man seinen eigenen Handlungs- und Erfahrungsradius erweitern möchte.“

Klein anfangen, schauen, was passt

Dass das soziale Engagement weit mehr erfordert als nur etwas Gutes zu tun, und dass hinter dem Ganzen viele Überlegungen und eine Menge Arbeit stecken, wird schnell deutlich. Und auch, dass weitaus mehr dahintersteckt als eine schnelle Idee und dass der soziale Aspekt einen festen Bestandteil in der Unternehmensphilosophie Dr. Ausbüttels hat. 

Für Unternehmen, die sich ebenfalls sozial engagieren möchten, hat Bianca Dettmar darum einen Rat: „Führen Sie sich stets den Wert von sozialem Engagement vor Augen: Für die Gesellschaft, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch sich selbst, selbst, wenn anfangs nicht alles `rund´ läuft! Schauen Sie, wo Sie soziales Engagement mit Ihrem bisherigen Arbeitsalltag gut verknüpfen können und fangen Sie mit kleinen Aktivitäten an. Werben Sie bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Offenheit und beziehen Sie sie von Beginn an in Ideenfindung und Gestaltung mit ein.“

Text: Daniela Lukaßen-Held

 

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