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Pilotprogramm zeigt: Die 4-Tage-Woche ist ein Gewinn für alle

Weniger Krankmeldungen, mehr Produktivität, höhere Umsätze

02. Dezember 2022

Eine großangelegte, internationale Studie zeigt, dass Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ohne Einbußen beim Gehalt einen freien Tag pro Woche mehr gewähren, höhere Einnahmen und weniger Fehlzeiten sowie Kündigungen verzeichnen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlten sich weniger gestresst und ausgebrannt und berichteten über eine höhere Lebenszufriedenheit. Darüber hinaus ergab die Studie auch einen deutlichen Rückgang der Dauer und Häufigkeit des Pendelns sowie andere positive Auswirkungen auf die Umwelt. 

An dem sechsmonatigem Pilotprogramm, das von der gemeinnützigen Organisation "4 Day Week Global" koordiniert wurde, hatten mehr als 30 Unternehmen und fast 1000 Beschäftigte in Ländern wie den USA, Irland und Australien teilgenommen. Keines der teilnehmenden Unternehmen ist zu einer Fünftagewoche zurückgekehrt.

Die Unternehmen bewerteten den Versuch mit 9 von 10 Punkten und äußerten sich äußerst zufrieden mit ihrer Gesamtproduktivität und Leistung: So seien die Umsätze jeden Monat um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen, insgesamt um 8 %. Im Vergleich zu denselben sechs Monaten im Jahr 2021 stiegen sie sogar um 38 %.

Auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die am Pilotprojekt teilnahmen, bewerteten den Test überaus positiv: 97 % gaben an, dass sie die 4-Tage-Woche beibehalten wollen. Auf die Frage nach dem monetären Wert ihres zusätzlichen freien Tages gaben 70 % an, dass ihr nächster Arbeitsplatz zwischen 10 und 50 % mehr Gehalt bieten müsste, damit sie zu einer Fünftagewoche zurückkehren würden. Auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Teilnehmer hätte sich deutlich verbessert, wie Professor Wen Fan vom Boston College erklärt: "Wir registrierten eine signifikante Verbesserung in etlichen Gesundheitsparametern, darunter beim Stresslevel, Burnout-Problemen, Müdigkeit und Konflikten zwischen Arbeit und Familie. Auch die körperliche und geistige Fitness nahm zu, ebenso wie die Zufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen", berichtet Fan.

Die leitende Forscherin des Projekts, Professorin Juliet Schor vom Boston College, wies auf ein weiteres wichtiges Ergebnis hin. "Es war interessant zu sehen, dass die Teilnehmer keinen Anstieg ihrer Arbeitsintensität verzeichneten. Dies deutet darauf hin, dass die Neuorganisation der Arbeit in den Unternehmen erfolgreich war und die Leistung nicht durch eine Intensivierung innerhalb der verbleibenden Arbeitszeit erreicht wurde", sagte sie.

Jon Leland, Chief Strategy Officer bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, über seine Erfahrungen mit dem Versuch: "Die 4-Tage-Woche hat unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter verändert. Die Mitarbeiter arbeiten konzentrierter und engagierter und helfen uns, unsere Ziele besser zu erreichen als zuvor. Die stärkere Mitarbeiterbindung und die schnellere Einstellung von Mitarbeitern hat sich überraschend stark auf die Geschäftsergebnisse ausgewirkt. Wir erreichen als Unternehmen mehr, während unsere Mitarbeiter Zeit haben, neue kreative Projekte zu starten, sich auszuruhen und mit ihren Familien zusammen zu sein. Das ist eine echte Win-Win-Situation."

Redaktion: Thorben Hansen