Sechs Thesen zu den neuen Arbeitsorten

Hyperflexibel und multifunktional

Das Büro ist schon seit einiger Zeit nicht mehr der alleinige Platz, an dem Angestellte ihre Arbeitsaufgaben erledigen. Die Corona-Pandemie hat den Trend zu flexiblen Arbeitsort-Lösungen zwangsläufig drastisch verstärkt. Doch welche Folgen hat es für unsere Arbeitsräume konkret, wenn Mitarbeitende immer häufiger nur noch zum Teil in den Unternehmen arbeiten, und den Rest zuhause oder an anderen Orten? Müssen Büros ganz neu konzipiert werden (wie zum Beispiel der NEW WORK Harbour der NEW WORK SE, siehe auch unser Aufmacherbild)? Lars Debbert, Architekt und Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur NEST ONE gilt als einer der führenden Experten in der Gestaltung von Arbeitsorten hierzulande. Dies sind seine zentralen Erkenntnisse zu diesem Thema.

 

1. Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass das Büro als Arbeitsort nicht mehr selbstverständlich ist

Unternehmen sind daher gezwungen, ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das begeistert und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter fördert.

 

2. Büros sollen zum Spiegel der Unternehmenskultur werden

Zukünftig sollen Arbeitsräume nicht nur innenarchitektonisch schön gestaltet sein, sondern die Kultur des Unternehmens für die Mitarbeiter zugänglich machen und es ermöglichen, diese Kultur weiterzuentwickeln. Als gelebte und belebte Orte sollen sie die Unternehmensvision nachhaltig in den Unternehmen verankern.

 

3. Büroräume verändern sich

Alles einen Klick entfernt, alles parallel möglich: Das ist flexibles Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung. Und so sollen auch die Räume aussehen, in denen gearbeitet wird: Der Büroraum der Zukunft ist hyperflexibel und multifunktional.

 

4. Die Mitarbeiter sollen empowert werden, über sich selbst und das Arbeitsumfeld nachzudenken und es mitzugestalten

Bei der Entwicklung der neuen Raumkonzepte sollen die Mitarbeiter unbedingt einbezogen werden. Das könne beispielsweise in einem Workshop geschehen, in dem man gemeinsam erarbeitet, was einen im täglichen Arbeiten störe. „Wenn man das moderiert identifiziert hat, kann man Ideen brainstormen, Konzepte entwickeln und mit einem Proberaum starten“, sagt Debbert.

 

5. Auch das Arbeitsumfeld zuhause bekommt eine hohe Bedeutung

Das Arbeitsumfeld zuhause muss ergonomisch funktionieren und konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Die Optik ist dabei nicht so relevant, dafür sorgen unter anderem virtuelle Hintergründe, die das Unternehmen zur Verfügung stellen kann.

 

6. Folgt der Raum der Kultur oder die Kultur dem Raum?

Der Raum prägt den Menschen, und wenn der Raum falsch ist, dann prägt er die falsche Kultur. Daher sollten sich Teams beispielsweise fragen: Sind wir konzentriert, vereinzelt und fokussiert, oder sind wir zusammen, menschlich und warm? Dann kann man den Raum danach entwerfen und er wird den Mitarbeitern dieses Gefühl vermitteln. *

 

*Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung seiner Masterclass "Unternehmenskultur Raum geben", die Lars Debbert im Rahmen der diesjährigen NEW WORK Experience gehalten hat. Eine Übersicht über alle wichtigen Keynotes, Paneldiskussionen und Masterclasses der NWX21 gibt es im Übrigen in einem E-Booklet unser Kolleg*innen von XING E-Recruiting, das unter diesem Link als Gratis-Download zu finden ist.